Sonntag, 26. August 2007

Hamish's birthday


Ich fühle mich alt. Um ehrlich zu sein, uralt. Man stelle sich vor, man muss mit seinem neuseeländischen Mitbewohner seinen ZWANZIGSTEN Geburtstag feiern (welcher übrigens nichts Besseres zu tun hat, als seine noch jüngeren Freunde einzuladen). Naja, eigentlich wars total witzig, als Hamish am Freitag seinen 20. feierte. Er hatte uns seine Party schon lange angekündigt und ungefähr 40 Leute eingeladen, kurzum, er hat sich wie bescheuert drauf gefreut.

Als ich dann nach dem Arbeiten heim kam, stand er schon ganz aufgeregt am Mischpult und probierte sich als DJ, während zwei seiner supercoolen Freunde dabei saßen und eben einfach nur cool waren. Drei Stunden später sollte die Party eigentlich in vollem Gange sein, aber irgendwie kam einfach null Stimmung auf, dabei hätte es so toll sein können: ein stark pubertierender DJ (der anscheinend 18 war, was ich persönlich aber anzweifle) stand am Mischpult und legte eine Platte nach der anderen auf, im Hintergrund war die Skyline von Auckland zu sehen und die ganzen Kiwi-Chicas waren aufgebrezelt, als ob sie ins Theater wollten. Tja, so verhielten sie sich leider auch – an nem Bier nippend standen sie in den Ecken und observierten, wer denn nun der Coolste von allen sei.

Und zwischendrin standen wir, die „Alten“ aus Deutschland und amüsierten uns von Glas zu Glas besser, getreu dem Motto viel hilft viel... Als wir Mädels dann auch noch zu tanzen begannen, hatten wir im Club der Coolen natürlich komplett verspielt und ich hatte so das Gefühl, dass sie uns so anschauten, wie ich früher in der 6.Klasse meine Mutter angeschaut habe, als sie in der Schülerdisco begonnen hat, den Dancefloor zu rocken: Entsetzt. „Wie peinlich können die denn sein?!“ Hamish war total enttäuscht von seiner Party und sein Blick wurde minütlich glasiger, so dass er hellbegeistert war, als wir kurz nach Mitternacht vorschlugen, noch in die Stadt clubben zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle aber schon ziemlich bis extrem angeheitert, so dass es ein Wunder war, dass wir überhaupt in den Club rein gelassen wurden.

Nachdem wir ungefähr ne Stunde wie die Bekloppten getanzt hatten, sank langsam mein Alkoholpegel und ich merkte, wie mir die Füße in den hohen Schuhen weh taten und dass es keine schlechte Idee wäre, gen Heimat zu wandeln. Glücklicherweise gings Lena (meiner Mitbewohnerin) genauso und so machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Ich fürchte, wir boten einen amüsanten Anblick: Andi, 2m groß, mühsam voraus schreitend, Lena und ich jammernd (wegen unseren Füßen) hinterher tippelnd und ganz hinten Dennis, der laut hicksend, aber strahlend und glücklich das Schlusslicht bildete. Hamish hatten wir irgendwo im Gewühl verloren.

Gestern früh stellte sich dann heraus, wer derartige Saufgelage besser sein lassen sollte: Dennis lag bis abends um sieben reglos im Bett und stöhnte, wenn man ihn nur ansprach. Hamish hingegen, der keine Ahnung mehr hatte, wie und wann er heimgekommen war, saugte morgens um zehn gut gelaunt und fit aussehend die gesamte Wohnung. Ich glaub, Dennis wär auch gern 20 Jahre alt J

Freitag, 17. August 2007

Noho Marae Bilder



Wer sehen will, muss klicken...
Noho Marae 27.-29.07.2007

Gut Ding will Weile haben - endlich hab ich s geschafft, ein paar Fotos von unserem Maori-WE hoch zu laden. Allerdings ist das nur eine kleine Auswahl, die Qualität eher minderwertig und Videos sind natürlich auch keine dabei. Aber vielleicht kann ich ja irgendwann Dennis überreden, ein paar Minuten der ungefähr 14h, die er täglich vorm PC verbringt, dafür zu verwenden, die Bilder und Videos hochzuladen, die auf seiner Festplatte schlummern...
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Freitag, 10. August 2007

Bilder sagen mehr als Worte. Folge 1.

Herzlich willkommen zur ersten Folge aus der Rubrik "Bilder sagen mehr als Worte". Heute seht ihr ein paar Bilder zum Thema "Essen und wer das Essen verpasst". Der Künstler möchte Anonym bleiben.

Wallace und Gromit wären neidisch auf meinen neuesten Würschtleersatz: Traditional cracker mit medium cheddar CHEEESE...


Immer wieder schön, Personen auf Fotos zu entdecken. Das Buch gibts übrigens noch auf 386 weiteren Bildern (Sehen alle so ähnlich aus wie dieses)... Dankö, Höörr Potter!


Gewisse Leute hier sind geradezu zu Virtuosen am professional Sandwich maker aufgestiegen. Das passiert, wenn man zu lange hier ist und alle Hot Dog Verkäufer der Stadt schon mit Vornamen kennt. Unser Glück;)...


Zum Glück gibts hier Frühstück wie zu Hause!


Und in der nächsten Folge gibts: "Kuriositäten aus dem neuseeländischen Alltag"...
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Freitag, 3. August 2007

Maori-Wochenende

Nachdem sich nun die Beschwerden gehäuft haben, dass sich unser Blog seit einiger Zeit nicht mehr verändert hat, klär ich euch jetzt mal ein wenig darüber auf, was wir in den letzten Tagen so angestellt haben.
Letztes Wochenende nahmen wir an einem "Maori-Kennenlern-Workshop" oder wie auch immer man das nennen möchte, teil. Begonnen hats am Freitagnachmittag, d.h. ich bin früher vom Praktikum abgezwitschert, und geendet hats am Sonntagmittag. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was wir alles gemacht haben, weil das alles Dinge sind, die wir Europäer eben nicht kennen.

Am Freitag wurden wir zunächst mit einer Zeremonie auf Maori begrüßt und willkommen geheißen, das Ganze fand in einer Art Gemeindehaus statt, welches man nicht mit Schuhen betreten darf. Dabei muss ich wohl kaum erwähnen, dass sich ein höchst interessanter Geruch entwickelt, wenn 80 Leute mal eben ihre Schuhe ausziehen und sich dann gemeinsam in einen geschlossenen Raum begeben ... Zum Glück hatte ich hübsche Socken an :-)
Der Oberguru sang und murmelte munter vor sich hin, während ich Schwierigkeiten hatte, dabei nicht einzuschlafen, weil man von dem ganzen Prozedere ja kein Wort verstand. Nachdem wir dann endlich in die Familie aufgenommen worden waren (ich weiß jetzt, wen ich zu Hilfe rufe, falls ich je in Schwierigkeiten komme), gabs Abendessen, das wir alle mitgebracht hatten. Jeder sollte etwas Typisches aus seinem Land kochen und da haben wir uns kurzerhand für Kratzede (für die Nicht-Schwaben unter euch: das ist wie Kaiserschmarrn) entschieden. Es gab alle möglichen leckeren Sachen, so dass wir alle mit runden Bäuchen heim kamen und uns erst ne Weile ausstrecken mussten, bis wir wieder loszogen. Abends gingen wir an den Hafen und klapperten ein paar Bars ab, da wir aber am nächsten Morgen schon um 8.30 h(!) zum Frühstück da sein mussten, blieben wir nicht sooo lange weg.

Am Samstagmorgen lernten wir zuerst alle gemeinsam ein paar Lieder, dann teilten wir uns in Gruppen auf und lernten zum einen ein Stöckchenspiel (das spielen kleine Kinder zur Verbesserung der Hand-Augen-Koordination oder so ähnlich) und zum anderen bastelten wir aus nem Farnbuschblattdings eine kleine Blume, die je nach Begabung richtig gut (Dennis) oder eher mittelmäßig (ich) aussah. Die erste Blume, die man bastelt, muss man aber jemandem schenken, der wichtig für einen selbst ist, was soviel heißt, dass jetzt ich ein hübsches Blütchen habe und Dennis ein etwas ramponiertes Kompostelement sein Eigen nennt :-) Als wir das Stöckchenspiel lernten, fühlten sich zwei der kleinen Maorijungs irgendwie von mir angezogen und krabbelten abwechselnd auf mir rum und knutschten mich ab, bis der eine anfing, wie ein Schlosshund zu heulen und sich an mich zu klammern und der andere meine Taschen durchwühlte, weil er Kaugummi roch. Das hat mich dann doch ein wenig überfordert und Dennis musste alleine üben.

Danach wurden wir in Männlein und Weiblein aufgeteilt. Die Jungs lernten den Haka (Videobeispiele habt ihr ja schon gesehen) und wir Mädels bastelten einen Poi und lernten einen passenden Tanz dazu.
Ein Poi ist ein Bobbel an ner Schnur, mit dem die Frauen kunstvolle und elegante Tänze aufführen, aus welchem Grund auch immer. Früher war das Beutelchen mit Steinen gefüllt und die Krieger trainierten damit, um ihre Handgelenke zu stärken, irgendwann ist es ihnen dann aber wahrscheinlich aufgefallen, dass das Ganze vielleicht doch ne Spur zu unmännlich aussieht und so ist der Poi jetzt eine weibliche Domäne. Wir durften uns selbst welche basteln: Füllmaterial zu ner Kugel (oder auch Ei, so wie in meinem Fall...) formen, Plastikfolie außenrum wickeln, geflochtenes Bändle befestigen, bissle hübsch zurecht wursteln und fertig ist der Poi. Wir lernten einen recht simplen Tanz, das Schwierige dabei war, dass wir gleichzeitig ein Maorilied singen mussten, was sich für manche als schlichtweg unmöglich erwies. Von wegen Frauen und Multitasking!!

Abends gabs dann ein Abschlussfest, wo wir all die gelernten Lieder sangen, wir tanzten unser Poi-Getrappel den Jungs vor (der Sinn davon soll es sein, den Geliebten anzugraben - die Jungs fanden uns "niedlich") und die Jungs machten den Haka (und das natürlich oben ohne). Unglücklicherweise fühlten sich gerade die weniger durchtrainierten Herren dazu berufen, die erste Reihe zu füllen, so dass wir Mädels nicht gaaanz so begeistert waren, aber bei näherem Hinschauen konnte man doch noch das Auge erfreuen. Lustig fand ich die Französinnen, mit denen ich mich unterhielt. Sie wollten mir unbedingt einen echt gut aussehenden blonden Typ zeigen, der sich zufälligerweise als mein Freund heraus stellte. Da haben sie ganz schön verdutzt geguckt, hihi.
Überhaupt waren die Französinnen die Nettesten, die Deutschen waren zum Großteil ziemlich arrogant und unfreundlich mir gegenüber, was ich nicht wirklich verstanden habe. Aber wer den ganzen Tag deutsch reden möchte, darf das natürlich gerne tun...

Zum Abschluss gabs noch ein Maori-Festmahl, an dem die Frauen den ganzen Tag gekocht haben - ich sag nur: Mmmmh!!! Abends zogen wir dann wieder los und wurden Zeugen, wie die Maori uns internationale Studenten bei Trinkspielchen mit links unter den Tisch soffen, das war echt nimmer schön.
Umso schwerer wars dann, am Sonntagmorgen um 11h zur Abschiedszeremonie zu gehen. Alles in allem war das ein super Wochenende und wir hatten irre viel Spaß, aber ich hab mich ganz schön auf das nächste Wochenende gefreut, um endlich mal ausschlafen zu können.