Nachdem sich nun die Beschwerden gehäuft haben, dass sich unser Blog seit einiger Zeit nicht mehr verändert hat, klär ich euch jetzt mal ein wenig darüber auf, was wir in den letzten Tagen so angestellt haben.
Letztes Wochenende nahmen wir an einem "Maori-Kennenlern-Workshop" oder wie auch immer man das nennen möchte, teil. Begonnen hats am Freitagnachmittag, d.h. ich bin früher vom Praktikum abgezwitschert, und geendet hats am Sonntagmittag. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was wir alles gemacht haben, weil das alles Dinge sind, die wir Europäer eben nicht kennen.
Am Freitag wurden wir zunächst mit einer Zeremonie auf Maori begrüßt und willkommen geheißen, das Ganze fand in einer Art Gemeindehaus statt, welches man nicht mit Schuhen betreten darf. Dabei muss ich wohl kaum erwähnen, dass sich ein höchst interessanter Geruch entwickelt, wenn 80 Leute mal eben ihre Schuhe ausziehen und sich dann gemeinsam in einen geschlossenen Raum begeben ... Zum Glück hatte ich hübsche Socken an :-)
Der Oberguru sang und murmelte munter vor sich hin, während ich Schwierigkeiten hatte, dabei nicht einzuschlafen, weil man von dem ganzen Prozedere ja kein Wort verstand. Nachdem wir dann endlich in die Familie aufgenommen worden waren (ich weiß jetzt, wen ich zu Hilfe rufe, falls ich je in Schwierigkeiten komme), gabs Abendessen, das wir alle mitgebracht hatten. Jeder sollte etwas Typisches aus seinem Land kochen und da haben wir uns kurzerhand für Kratzede (für die Nicht-Schwaben unter euch: das ist wie Kaiserschmarrn) entschieden. Es gab alle möglichen leckeren Sachen, so dass wir alle mit runden Bäuchen heim kamen und uns erst ne Weile ausstrecken mussten, bis wir wieder loszogen. Abends gingen wir an den Hafen und klapperten ein paar Bars ab, da wir aber am nächsten Morgen schon um 8.30 h(!) zum Frühstück da sein mussten, blieben wir nicht sooo lange weg.
Am Samstagmorgen lernten wir zuerst alle gemeinsam ein paar Lieder, dann teilten wir uns in Gruppen auf und lernten zum einen ein Stöckchenspiel (das spielen kleine Kinder zur Verbesserung der Hand-Augen-Koordination oder so ähnlich) und zum anderen bastelten wir aus nem Farnbuschblattdings eine kleine Blume, die je nach Begabung richtig gut (Dennis) oder eher mittelmäßig (ich) aussah. Die erste Blume, die man bastelt, muss man aber jemandem schenken, der wichtig für einen selbst ist, was soviel heißt, dass jetzt ich ein hübsches Blütchen habe und Dennis ein etwas ramponiertes Kompostelement sein Eigen nennt :-) Als wir das Stöckchenspiel lernten, fühlten sich zwei der kleinen Maorijungs irgendwie von mir angezogen und krabbelten abwechselnd auf mir rum und knutschten mich ab, bis der eine anfing, wie ein Schlosshund zu heulen und sich an mich zu klammern und der andere meine Taschen durchwühlte, weil er Kaugummi roch. Das hat mich dann doch ein wenig überfordert und Dennis musste alleine üben.
Danach wurden wir in Männlein und Weiblein aufgeteilt. Die Jungs lernten den Haka (Videobeispiele habt ihr ja schon gesehen) und wir Mädels bastelten einen Poi und lernten einen passenden Tanz dazu.
Ein Poi ist ein Bobbel an ner Schnur, mit dem die Frauen kunstvolle und elegante Tänze aufführen, aus welchem Grund auch immer. Früher war das Beutelchen mit Steinen gefüllt und die Krieger trainierten damit, um ihre Handgelenke zu stärken, irgendwann ist es ihnen dann aber wahrscheinlich aufgefallen, dass das Ganze vielleicht doch ne Spur zu unmännlich aussieht und so ist der Poi jetzt eine weibliche Domäne. Wir durften uns selbst welche basteln: Füllmaterial zu ner Kugel (oder auch Ei, so wie in meinem Fall...) formen, Plastikfolie außenrum wickeln, geflochtenes Bändle befestigen, bissle hübsch zurecht wursteln und fertig ist der Poi. Wir lernten einen recht simplen Tanz, das Schwierige dabei war, dass wir gleichzeitig ein Maorilied singen mussten, was sich für manche als schlichtweg unmöglich erwies. Von wegen Frauen und Multitasking!!
Abends gabs dann ein Abschlussfest, wo wir all die gelernten Lieder sangen, wir tanzten unser Poi-Getrappel den Jungs vor (der Sinn davon soll es sein, den Geliebten anzugraben - die Jungs fanden uns "niedlich") und die Jungs machten den Haka (und das natürlich oben ohne). Unglücklicherweise fühlten sich gerade die weniger durchtrainierten Herren dazu berufen, die erste Reihe zu füllen, so dass wir Mädels nicht gaaanz so begeistert waren, aber bei näherem Hinschauen konnte man doch noch das Auge erfreuen. Lustig fand ich die Französinnen, mit denen ich mich unterhielt. Sie wollten mir unbedingt einen echt gut aussehenden blonden Typ zeigen, der sich zufälligerweise als mein Freund heraus stellte. Da haben sie ganz schön verdutzt geguckt, hihi.
Überhaupt waren die Französinnen die Nettesten, die Deutschen waren zum Großteil ziemlich arrogant und unfreundlich mir gegenüber, was ich nicht wirklich verstanden habe. Aber wer den ganzen Tag deutsch reden möchte, darf das natürlich gerne tun...
Zum Abschluss gabs noch ein Maori-Festmahl, an dem die Frauen den ganzen Tag gekocht haben - ich sag nur: Mmmmh!!! Abends zogen wir dann wieder los und wurden Zeugen, wie die Maori uns internationale Studenten bei Trinkspielchen mit links unter den Tisch soffen, das war echt nimmer schön.
Umso schwerer wars dann, am Sonntagmorgen um 11h zur Abschiedszeremonie zu gehen. Alles in allem war das ein super Wochenende und wir hatten irre viel Spaß, aber ich hab mich ganz schön auf das nächste Wochenende gefreut, um endlich mal ausschlafen zu können.
Letztes Wochenende nahmen wir an einem "Maori-Kennenlern-Workshop" oder wie auch immer man das nennen möchte, teil. Begonnen hats am Freitagnachmittag, d.h. ich bin früher vom Praktikum abgezwitschert, und geendet hats am Sonntagmittag. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was wir alles gemacht haben, weil das alles Dinge sind, die wir Europäer eben nicht kennen.
Am Freitag wurden wir zunächst mit einer Zeremonie auf Maori begrüßt und willkommen geheißen, das Ganze fand in einer Art Gemeindehaus statt, welches man nicht mit Schuhen betreten darf. Dabei muss ich wohl kaum erwähnen, dass sich ein höchst interessanter Geruch entwickelt, wenn 80 Leute mal eben ihre Schuhe ausziehen und sich dann gemeinsam in einen geschlossenen Raum begeben ... Zum Glück hatte ich hübsche Socken an :-)
Der Oberguru sang und murmelte munter vor sich hin, während ich Schwierigkeiten hatte, dabei nicht einzuschlafen, weil man von dem ganzen Prozedere ja kein Wort verstand. Nachdem wir dann endlich in die Familie aufgenommen worden waren (ich weiß jetzt, wen ich zu Hilfe rufe, falls ich je in Schwierigkeiten komme), gabs Abendessen, das wir alle mitgebracht hatten. Jeder sollte etwas Typisches aus seinem Land kochen und da haben wir uns kurzerhand für Kratzede (für die Nicht-Schwaben unter euch: das ist wie Kaiserschmarrn) entschieden. Es gab alle möglichen leckeren Sachen, so dass wir alle mit runden Bäuchen heim kamen und uns erst ne Weile ausstrecken mussten, bis wir wieder loszogen. Abends gingen wir an den Hafen und klapperten ein paar Bars ab, da wir aber am nächsten Morgen schon um 8.30 h(!) zum Frühstück da sein mussten, blieben wir nicht sooo lange weg.
Am Samstagmorgen lernten wir zuerst alle gemeinsam ein paar Lieder, dann teilten wir uns in Gruppen auf und lernten zum einen ein Stöckchenspiel (das spielen kleine Kinder zur Verbesserung der Hand-Augen-Koordination oder so ähnlich) und zum anderen bastelten wir aus nem Farnbuschblattdings eine kleine Blume, die je nach Begabung richtig gut (Dennis) oder eher mittelmäßig (ich) aussah. Die erste Blume, die man bastelt, muss man aber jemandem schenken, der wichtig für einen selbst ist, was soviel heißt, dass jetzt ich ein hübsches Blütchen habe und Dennis ein etwas ramponiertes Kompostelement sein Eigen nennt :-) Als wir das Stöckchenspiel lernten, fühlten sich zwei der kleinen Maorijungs irgendwie von mir angezogen und krabbelten abwechselnd auf mir rum und knutschten mich ab, bis der eine anfing, wie ein Schlosshund zu heulen und sich an mich zu klammern und der andere meine Taschen durchwühlte, weil er Kaugummi roch. Das hat mich dann doch ein wenig überfordert und Dennis musste alleine üben.
Danach wurden wir in Männlein und Weiblein aufgeteilt. Die Jungs lernten den Haka (Videobeispiele habt ihr ja schon gesehen) und wir Mädels bastelten einen Poi und lernten einen passenden Tanz dazu.
Ein Poi ist ein Bobbel an ner Schnur, mit dem die Frauen kunstvolle und elegante Tänze aufführen, aus welchem Grund auch immer. Früher war das Beutelchen mit Steinen gefüllt und die Krieger trainierten damit, um ihre Handgelenke zu stärken, irgendwann ist es ihnen dann aber wahrscheinlich aufgefallen, dass das Ganze vielleicht doch ne Spur zu unmännlich aussieht und so ist der Poi jetzt eine weibliche Domäne. Wir durften uns selbst welche basteln: Füllmaterial zu ner Kugel (oder auch Ei, so wie in meinem Fall...) formen, Plastikfolie außenrum wickeln, geflochtenes Bändle befestigen, bissle hübsch zurecht wursteln und fertig ist der Poi. Wir lernten einen recht simplen Tanz, das Schwierige dabei war, dass wir gleichzeitig ein Maorilied singen mussten, was sich für manche als schlichtweg unmöglich erwies. Von wegen Frauen und Multitasking!!
Abends gabs dann ein Abschlussfest, wo wir all die gelernten Lieder sangen, wir tanzten unser Poi-Getrappel den Jungs vor (der Sinn davon soll es sein, den Geliebten anzugraben - die Jungs fanden uns "niedlich") und die Jungs machten den Haka (und das natürlich oben ohne). Unglücklicherweise fühlten sich gerade die weniger durchtrainierten Herren dazu berufen, die erste Reihe zu füllen, so dass wir Mädels nicht gaaanz so begeistert waren, aber bei näherem Hinschauen konnte man doch noch das Auge erfreuen. Lustig fand ich die Französinnen, mit denen ich mich unterhielt. Sie wollten mir unbedingt einen echt gut aussehenden blonden Typ zeigen, der sich zufälligerweise als mein Freund heraus stellte. Da haben sie ganz schön verdutzt geguckt, hihi.
Überhaupt waren die Französinnen die Nettesten, die Deutschen waren zum Großteil ziemlich arrogant und unfreundlich mir gegenüber, was ich nicht wirklich verstanden habe. Aber wer den ganzen Tag deutsch reden möchte, darf das natürlich gerne tun...
Zum Abschluss gabs noch ein Maori-Festmahl, an dem die Frauen den ganzen Tag gekocht haben - ich sag nur: Mmmmh!!! Abends zogen wir dann wieder los und wurden Zeugen, wie die Maori uns internationale Studenten bei Trinkspielchen mit links unter den Tisch soffen, das war echt nimmer schön.
Umso schwerer wars dann, am Sonntagmorgen um 11h zur Abschiedszeremonie zu gehen. Alles in allem war das ein super Wochenende und wir hatten irre viel Spaß, aber ich hab mich ganz schön auf das nächste Wochenende gefreut, um endlich mal ausschlafen zu können.
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